Blindes Huhn

Neuigkeiten von der Hike & Fly-Front. Wir sind mitten in der Hike & Fly-Saison, und da lasse ich es mir natürlich nicht nehmen, von der heutigen Tour mit Geri zu erzählen. Was es mit dem blinden Huhn auf sich hat und wieso überhaupt, dazu am Schluss dieser Geschichte.

Heute ist wieder einmal der Aufstieg zum Vorderälpital an der Reihe. Ich treffe mich mit Geri in Bern, und gemeinsam fahren wir mit dem Zug nach Thun und anschliessend mit dem STI-Bus nach Oberstocken. In gutem Tempo nehmen wir die 900 Höhenmeter in Angriff.

Der Aufstieg ist kurzweilig, denn während der ganzen Wanderung haben wir genügend Themen zum Besprechen. Es geht um die nicht gerade berauschende Thermikfähigkeit von Geris Schirm, Computerprobleme, die elektronische Erkennbarkeit von Gleitschirmen, Reisepläne und vieles mehr. Jedenfalls kommt mir der zweistündige Aufstieg dadurch viel kürzer vor, als er tatsächlich ist.

Oben angekommen, gibt es erst einmal Zmittag und wir beobachten den praktisch nicht vorhandenen Wind. Irgendwann machen wir uns flugbereit. Geri startet als Erster, eine Minute später bin auch ich in der Luft.

Während des Fluges in Richtung Möntschele habe ich ständig das Gefühl, die bessere Linie erwischt zu haben. Ein paar kleine Thermikpfupfer helfen immerhin dabei, nicht allzu viel Höhe zu verlieren. Oberhalb des Waffenplatzes geht es dann weiter Richtung Wattenwil.

Und plötzlich passiert es: Geri, mit seinem angeblich nicht besonders thermikfähigen Schirm, packt eine Thermik aus, die ihn innert kürzester Zeit in schwindelerregende Höhen katapultiert.

Michael Bähni
Vorderälpital
21.09.2026 · 11:34
6.90 km
6.90 P
Gerhard Wyser
Vorderälpital
21.09.2026 · 11:33
9.50 km
9.50 P

Ich versuche natürlich dasselbe. Zwar gelingt es mir, das Absaufen noch etwas hinauszuzögern.

Geri landet schliesslich in Wattenwil, ich auf dem neuen Landeplatz in Blumenstein.

Nach der Landung rufe ich Geri an und frage ihn, wie er das denn nun mit seinem schlechten Schirm gemeint habe.

Seine Antwort kommt trocken und ohne lang zu überlegen:

„Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.“

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